PLAN(ET)A_Magazin
01 | 2023
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Was es beim Kompostieren zu beachten gilt

Kompost im eigenen Garten ist praktisch und nachhaltig. Doch was ist dabei zu beachten? Wir haben bei der Niedersächsischen Gartenakademie nachgefragt.

Kompost gilt als Gold des Gartens und ist nicht nur eines der besten Rezepte für einen fruchtbaren Boden, sondern auch nachhaltig. Denn der fertige Kompost dient als natürlicher Dünger und liefert dem Garten wichtige Nährstoffe. Zudem müssen Garten- und Küchenabfälle, die im Garten kompostiert werden, nicht als Abfall entsorgt werden. Dadurch entfallen der Lkw-Transport zur Kompostanlage und die damit verbundenen Lärm- und Schadstoffemissionen, wie Ursel Kruse von der Niedersächsischen Gartenakademie der Landwirtschaftskammer mit Sitz in Bad Zwischenahn erklärt. Sie kennt die „goldenden Kompostregeln“ und weiß, was es bei einer Kompostierung zu beachten gibt.

Kompost anlegen

„Kompost ist die einfachste Art des Recyclings, Gartenabfälle die sonst in die Biotonne oder schlimmstenfalls in die Mülltonne entsorgt werden, bleiben im Garten. Gartenbesitzer, die kompostieren, verwenden also weniger oder sogar keinen industriellen Dünger“, erklärt Ursel Kruse. Wer einen Kompost anlegen möchte, benötige nicht unbedingt ein spezielles Behältnis. „Früher wurden einfach ein oder mehrere Haufen angelegt. Um diese etwas abzugrenzen wurden Lattenkomposter aus Holz verwendet“, so Kruse. Wer sich etwas mehr Luxus gönnen möchte, könne aber auf Schnell- oder Thermokomposter aus Plastik zurückgreifen. Die witterungsbeständigen Außenwände sind oft wärmeisolierend, sodass der Verrottungsprozess beschleunigt wird.

Wichtig ist dann vor allem der richtige Platz. Der Kompost sollte im Schatten und auf offenem Boden, also zum Beispiel im Beet oder auf Rasen, platziert werden. Der Boden sollte mit einem verzinkten Draht abgedeckt werden, damit keine Mäuse oder Ratten den Kompost bewohnen. Aber nicht nur im Garten, auch auf dem Balkon ist Kompostieren möglich. Anleitungen hierfür gibt es zahlreiche im Internet. „Die Frage ist aber, ob bei einem gartenlosen Haushalt genügend abwechslungsreiches Material anfällt und ob die richtigen Voraussetzungen gegeben sind. Findet kein richtiger Verrottungsprozess statt, vergammelt das Material und riecht unangenehm“, gibt Ursel Kruse zu bedenken.

Kompost pflegen

Doch was darf eigentlich alles auf den Kompost? Zum Kompostieren geeignet sind fast alle Gartenabfälle. Grobe Abfälle könnten bis zu einer fingerdicken Stärke unzerkleinert bleiben. Kohlstrunke oder Gehölzschnitt sollten geschreddert oder anderweitig zerkleinert werden. „Bedenklich sind Laub und Grasschnitte in größeren Mengen. Von den Küchenabfällen verwendet werden können Kaffee- und Teesatz, zerkleinerte Eierschalen sowie Gemüse- und Obstabfälle“, sagt die Gartenexpertin. Auf keinen Fall auf den Kompost gelangen sollten Unkräuter mit Samen, Wurzelunkräuter und kranke Pflanzen mit Schadenerregern, Zitronen- und Apfelsinenschalen sowie Fleisch- und Käsereste.

Die Kunst des Kompostierens besteht darin, für die Mikroorganismen günstige Bedingungen zu schaffen. Laut Ursel Kurse sollten die Abfälle im Laufe des Jahres locker aufgeschichtet werden. In einem Höhenabstand von etwa 30 Zentimetern sollten dann einige Schaufeln voll Erde dazwischen gegeben werden. Beim Aufschichten sollte nasses Material auf trockenes sowie grobstrukturiertes auf feinstrukturiertes folgen. Nach der Gartensaison sollte der frische Kompost einen faustdicken Erdmantel erhalten. Damit wird ein neuer Kompost begonnen. Im Laufe der folgenden Monate muss der ruhende Kompost dann ein- bis zweimal umgesetzt werden. „Dabei sollten die Schichten gut vermischt werden. Kompostzusätze können die Verrottung fördern, notwendig sind sie aber nicht“, so die Kompost-Kennerin.

Kompost ausbringen

Nach etwa einem Jahr ist eine gut verrottete Komposterde entstanden, die zu jeder Jahreszeit für alle Böden und alle Pflanzenarten im Garten ein wertvoller Humuslieferant ist und als Dünger genutzt werden kann. Schwachzehrer, zum Beispiel Kräuter oder Feldsalat, benötigen etwa zwei bis drei Liter Kompost pro Quadratmeter, während Starkzehrer, zum Beispiel Kartoffeln oder Tomaten, vier bis fünf Liter benötigen.

von Eyleen Thümler